Grenzübergangsstelle Großbeeren
(Fassung vom 25. Juli 2004)

Geplanter Neubau des Transit- Übergangs Großbeeren im Bezirk Potsdam, südlich von Berlin für das Jahr 1994

Viele Jahre lang gab es das Anliegen des Westberliner Senats, im Süden von Berlin einen neuen Grenzübergang zu errichten. Hier wird nun wegen der Geschichtsträchtigkeit dieses Vorhabens daran erinnert. Diese Grenzübergangsstelle (GÜST) sollte seitens der DDR für den Wechsel- (Ein- und Ausreise aus der DDR) und Transitverkehr, einschließlich des vom Transitabkommen erfassten Transitverkehrs von zivilen Personen und Gütern zwischen der BRD und Westberlin zugelassen werden.
So kam es im Rahmen von Verhandlungen am 05. Oktober 1988 zwischen der DDR und der BRD auch zu Regelungen und Vereinbarungen bezüglich der Grenzübergangsstelle Großbeeren (DDR- Name) und eines Autobahnzubringers. Dies entsprach vor allem dem politischen Bestreben der Gegenseite, die Staatsgrenze der DDR transparenter zu machen, weitere menschliche Erleichterungen zu schaffen, sowie verkehrspolitische Interessen Westberlins durchzusetzen. Dies entsprach aber auch den Interessen der DDR. Es gab dazu drei Standortvorstellungen in dem anvisierten Grenzabschnitt, die von der DDR umfassend untersucht wurden. Vor Ort erfolgte die Prüfung der Belastungen für die DDR, durch den Wegfall landwirtschaftlicher Nutzungsfläche, dem Verlauf der Autobahntrasse, der Lage der Dienstgebäude und Abfertigungseinrichtungen auf der DDR- Seite. Es kam letztlich nur eine intensiv landwirtschaftlich bearbeitete Fläche für die GÜST und den Grenzstreckenabschnitt in Frage, welches durch ein Landwirtschaftliches Gut für die Futterversorgung von 11 689 Rindern, davon 5 366 Kühen, und 9 500 Schweinen genutzt wurde. Es war damals die größte Tierkonzentration im Bezirk Potsdam. Bei einer unvermeidbaren politischen Entscheidung war die Landwirtschaft des Bezirkes Potsdam nicht in der Lage, die Folgen der Nutzung der Flächen für die GÜST zu tragen bzw. den Produktionsverlust in andere Territorien zu verlagern. Die Westberliner Seite ging davon aus, dass sich in ihrem Bereich große Einzugsgebiete für den Personenverkehr befanden, sowie günstige Verkehrsanschlüsse für Industriegebiete geschaffen und der gesamte Transitverkehr entflochten werden könnte. Dazu war der Schichau- Weg vierspurig auszubauen, um den Verkehr von und auf die Motzener Straße und den Nahmitzer Damm aufnehmen zu können.

Der mögliche Schnittpunkt der GÜST, wie in nachstehender Faustskizze dargestellt, sollte in weiteren Beratungen abgestimmt werden.


Standort des neuen Grenzübergangs im Raum Großbeeren, Schichau– Weg

 

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